Wissenswertes

 

Infotelefon
(+49) 176 34 41 50 51

Facebook                                            news & facts

Community

Lost Human Connection

Unabhängig von kostenlosen Anbietern (die sich durch Zusatzkäufe finanzieren) sind Internetzugang und Grundversionen der jeweiligen Spiele notwendig. Diese Spiele kosten ca. 30-150 Euro je nach Version. Hinzukommen monatliche Grundgebühren von ca. 13 Euro und die Notwendigkeit, immer wieder seinen Charakter im Spiel auf- und auszurüsten (was durch Upgrades mit zusätzlichen Zahlungen möglich ist). Die Gemeinsamkeiten der meisten Onlinerollen-Spiele sind: die Übernahme einer Rolle und/oder einer Spielfigur, das Lösen von Aufgaben (Quests) durch leveln, die ständige Weiterentwicklung des Spieles das kein Ende hat, um eine dauerhafte Bindung bei Spieler (Gamer) herzustellen, die Verknüpfung mit sozialer Interaktionen (Chatten, Voice-Chats, Facebook, Smartphone Apps etc.) als Gemeinschaftserlebnis und somit ein Gefühl einer Zugehörigkeit. In dieser Welt findet jeder seinen Platz. Es ist dabei nicht wichtig wie alt jemand ist, wie man aussieht, ob man dick oder dünn ist oder was man für Sachen trägt. Man hat ein Thema das verbindet.

Im Unterschied zu stoffgebundenen Abhängigkeiten von z.B. Alkohol oder Drogen liegt bei der Onlinerollen-Spielsucht ein problematisches Verhalten vor, das man einen zwanghaften Charakter entwickelt und zur Krankheit werden kann. Es handelt sich um ein ausuferndes, willentlich nicht mehr eingrenzbares, exzessives Spielen am PC. (Onlinerollenspielsucht ist seid 2017 als offizielle Krankheit anerkannt)

Übliche Anzeichen dieser Art Sucht sind Entzugserscheinungen beim Aufhören, Vernachlässigung anderer Interessen oder schädliche Folgen wie Leistungsabfall, Schulden oder körperliche und psychische Beeinträchtigungen, die sich auch anhand meiner Erfahrung feststellen lassen. Verlockungen dazu ergeben sich einerseits aus Fortschritten im Spiel und steigendem Prestige innerhalb der Spielergemeinschaft (Gilde, Gruppen, Clans) und andererseits daraus, dass im Körper Glückshormone (Endorphine) ausgeschüttet werden. Hintergründe für die Entwicklung eines süchtigen Spielverhaltens sind Stressbewältigung, Abreagieren von Frust, Ausgleich von Unsicherheit oder Ängsten, Flucht aus einer unschönen Wirklichkeit, Mobbing und Verdrängung, um Erfolg zu erleben. Ausserdem kann Kontake knüpfen, angenehme Rollen übernehmen und Abtauchen in eine virtuelle Spielewelt der Hintergrund sein; man schafft sich eine Welt, in der man immer und jederzeit Willkommen ist.

Körperliche Folgen können z.B. Sehstörungen, Schlafprobleme, Abmagerung oder Rückschmerzen sein, weil die Betroffenen mit ihrer Aufmerksamkeit so auf die fiktive Welt konzentriert sind, dass sie sich nicht mehr um Essen, Trinken oder Schlafen kümmern. Soziale Folgen sind Isolation, Job- und Beziehungsverlust, Schulversagen, Schulden usw. Psychische Folgen sind z.B. seelische Störungen oder Kontaktverlust zur Realität. Werden Betroffene von den Angehörigen auf ihr Verhalten angesprochen, reagieren sie oft unverhältnismäßig aggressiv. Man fühlt sich nicht mehr verstanden. Man arrgumentiert, das ist doch ein Hobby, andere spielen z.B. Fußball oder singen im Chor.

An Gefahren ergeben sich ein zunehmender Verlust der Balance zwischen virtueller und realer Welt. Die tatsächlichen alltäglichen Verpflichtungen und ein Gruppendruck durch das Onlinespiel führen dazu, dass Betroffene in innere Konflikte geraten. Sie fühlen sich gespalten in der Verantwortung zwischen Familie, Beruf oder Schule und der Spielergemeinschaft. Der Kontakt zur realen Familie bricht immer mehr zusammen. Sie sind immer weniger erreichbar und zunehmend gefangen in der virtuellen Welt, wo Sie sich aber sehr wohl und verstanden fühlen.